Mutabor

Websites · 22. Juli 2008

Ob Hermann Hesses Steppenwolf oder die Berliner Band mit gleichem Namen Pate stand ist ungeklärt. Fakt ist, dass sich hinter dem Namen Mutabor auch ein mehrfach preisgekröntes, hochklassiges Design Studio aus Hamburg verbirgt. Ihre neue Website bleibt visuell haften, und nicht nur aufgrund des aufreizenden Teasers zu Beginn, der etwas an eine alte adidas Y-3 Kampagne erinnert. Ein duales Farbschema, das flash-gestützt fließend wechselbar ist und die beiden Hauptdisziplinen der Agentur (Branding & Print-Design) repräsentiert, verleihen der Website ebenso wie der „Versuch“ mit Gold als Farbe auf dem Screen zu arbeiten, einen hochwertigen, noblen Eindruck. Hinter der Website steckt darüber hinaus eine bemerkenswerte Bauart.

Das Hamburger Webdesign Studio SuperReal realiserte diese Website und nutzte eine noch nicht allzu verbreitete aber durchaus clevere Technik. Um innerhalb von Flash das Layout der Website nicht dem Breitformat des Bildschirms unterzuordnen und Hochformat zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: zuallererst einmal kann Flash selbst das vertikale Scrollen ermöglichen bzw. simulieren. Dies eliminiert zwar die zum Teil betriebssystembedingt unattraktiven Scrollbars des Browsers, ist allerdings nicht überall auf allen Rechnern gleich performant (Beispiele hierfür wären: Alex Trochut, Marcus ‚Mackie‘ Johansson).

Eine andere Möglichkeit ist es, mit ewig langen bzw. hohen Flashfilmen zu arbeiten, die in ihrer Höhe voll in den HTML „Untersatz“ der Flashseite eingebettet werden (Bsp.: der thinkswedish Blog von Fi).  Dies funktioniert – bei reduzierten Flash Inhalten – auch relativ performant. Es schleicht sich nur ein interessanter Fehler ein, den Flash anscheinend mit sich bringt: So erlaubt Adobe Flash nur ein Höchstformat von 4000 x 4000px. Danach werden die Inhalte abgeschnitten. In der Höhe kann dieses Format bei komplexen und großzügig (luftig mit viel whitespace) angelegten Layouts durchaus erreicht werden. Der thinkswedish Blog respektive Fi hat hierzu schon längst eine Lösung gefunden. Nur führt die aber auch – in manchen Browsern – zu „Aussetzern“ oder zu einem „Nacharrangieren“ der Website.

Viel schwerer aber wiegt der Nachteil dieser Lösung, auch wenn man mit 4000px Höhe auskommen würde und auch kann, dass man sich an diese einmalig festgelegte Höhe des Flash-Films – sofern man keinen Reload erzwingen möchte und das „fließende Erlebnis“ verstärken möchte – konsequent halten müsste, um nicht unschöne Leerräume am Ende der Unterseite zu erhalten. Bei der Mutabor Website bedient sich SuperReal dem swfIN JavaScript Toolkit, um diese Entwickler-Fußangel zu umschiffen. Dieses Toolkit ermöglicht – unter vielen anderen Funktionen – ein Neuschreiben des Flashfilms in das aktive Browserfenster ohne den sonst nötigen Reload. Der Flash Film der jeweiligen Unterseite kann also jeweils bei Aufruf eine neue Höhe übergeben und der Browser passt sich dem an und zeigt nahezu ohne Verzögerung die Scrollbars entsprechend neu an. Diese Lösung ist zugleich wegweisend und nachahmenswert.