Wenn ein Gigant wie Google auch nur in Nuancen vom gewohnten Erscheinungsbild abweicht, kann das auch schon erdbebengleich die Design Branche erschüttern. So subtil und sukzessiv der Google Facelift 2010 auch war/ist, so wird diese eher zurückhaltende Auffrischung dennoch an kaum jemanden vorübergehen. Der wohl berühmteste Schreibfehler des Internetzeitalters, die Wortmarke Google wurde filigraner wirkend überarbeitet. Der etwas grobschlächtige Schattenwurf im Schriftzug wurde auf ein angenehmeres Maß zurückgefahren. Neu ist auch die Sidebar, die man zwar schon einige Zeit von der Bildersuche kannte, die nun aber auch die Suchergebnisseiten schmückt und es ermöglicht, den Fund bequem mit weiteren Kategorien und Parametern zu filtern.

Google Logo (alt)
Google Logo (neu)

Das Redesign des Logos ist vom Prinzip her eine Veränderung, die einerseits von (etwas) mehr Geschmack zeugen mag und auch gemäß Umfrage bei BRAND NEW deutlich besser anzukommen scheint. Andererseits stand Google mit seiner, abgesehen von anlassbedingten Specials, unverändert „überplastischen“ Wortmarke über Jahre hinweg monolithartig allein. Doch – wie man schon beim letztjährigen AOL Rebranding lernen konnte – ist (visuelle) Tradition oder Nostalgie für ein Unternehmen im schnelllebigen, sich selbst stets neu erfindenden Medium Internet eher Belastung als Zierde.

Die neue, seidiger anmutende Wortmarke nähert sich aktuellen Gestaltungstrends – in Babyschritten. Folgt man einem Bericht des ehemaligen Google Mitarbeiters Douglas Bowman gehen evolutionäre Designsprünge bei dem Suchmaschinengiganten nur (rekord)schwerfällig über die Bühne. Das relativiert auch ein wenig den eigentlich unmutig ausgefallenen und überreifen Facelift, der sich vermutlich schon Jahre in Kommissionen und Revisionen befunden haben wird.