BBDO Relaunch

studio · 18. Juni 2011

Gestern hat BBDO Worldwide einen Relaunch vollzogen, der radikaler nicht hätte sein können. Runtergebrochen auf das Wesentliche, mit minimalistischer Formgebung, schlanker Informationsarchitektur und einem technologisch modernen Mantel aus HTML5 und JavaScript, präsentiert sich BBDO Worldwide jetzt Welten entfernt von der mächtigen Vorgängerversion.

The work, the work, the work.

bbdo 01 BBDO Relaunch

Die Vorgängerversion war ein Flash basiertes Meisterwerk von WeFail. Die neue Webpräsenz von BBDO Worldwide vollzieht den Technologiewandel auf geräteneutrales HTML5. Sie beschränkt sich zwar auf das Nötigste, tut das allerdings mit Bravour.

Der neue Fokus liegt klar auf den Arbeiten des Agenturnetzwerkes. Entlang einer flüssigen Timeline wird das Portfolio präsentiert. Die Darstellung von agenturinternen Nachrichten und Pressemitteilungen gelingt ähnlich modern und überzeugend. Hinzukommt ein auf Wikipedia ausgelagerter «Über Uns» Text und eine oppulente Auflistung von Kontaktmöglichkeiten. Weniger ist mehr, das gilt auch für die, die eher mehr als weniger zu erzählen und zeigen haben.

bbdo 02 BBDO Relaunch
bbdo 03 BBDO Relaunch
bbdo 04 BBDO Relaunch

www.bbdo.com


Kommentare

  1. Na super. Jetzt bekommen wir schon Javascript-Preolaoder, die den Zugang zur Information blockieren, als was Tolles und Neues präsentiert. Und bei aller Begeisterung für die Oberfläche kann ich nur den Kopf über den Quellcode schütteln. Da werden Styles mal eben in den BODY-Bereich geschrieben, Semantik fehlt gerne, dafür haben wir ein DIV-Massaker. Und auch wenn Designer es aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen schätzen: hellgrau auf weiss kann man kaum lesen. Wenn ich solche Farben sehe denke ich, da will jemand etwas vor mir verbergen (wie das Kleingedruckte bei der Telekom) oder es interessiert ihn nicht, ob ich das lesen kann. Dann gehe ich halt wieder.

    Nein, der neue Auftritt von BBDO ist kein grosser Grund, zu feiern. Ausser dass sich wieder bewahrheitet, dass die grossen Netzwerke kein Internet können.

    Jens Grochtdreis · 20. Juni 2011
  2. Da kann ich dir nur beipflichten Jens, der inflationäre Einsatz von div-Containern ist schon offensichtlich. Warum sollte man auch eine Liste für eine Navigation verwenden und ganz ehrlich wer hat heutzutage schon noch Lust sich sekundenlang eine Ladefunktion ansehen zu müssen und das für noch nicht einmal sehr viel Content. Und ohne JavaScript geht schlichtweg gar nichts. So kommt es dazu, dass die Seite “Über uns” 2,4MB groß ist und 23Sekunden zum Laden benötigt. Kein wunder bei Flash- und JavaScript-Dateien ohne Ende. Von den von Jens angesprochenen Farbkontrasten ganz zu schweigen. Da hat man als junger Mensch mit guten Augen schon Schwierigkeiten.

    Fazit: “technologisch modernen” würde ich dieses Ergebnis nicht nennen.

    Webstandard-Blog · 20. Juni 2011
  3. Sorry Leute, ganz ehrlich: Einfach nur den HTML5-Doctype verwenden und alles an verfügbaren jQuery-Plugins in die Manege werfen hat nichts mit zeitgemäßer Webentwicklung zu tun.

    - Keine Semantik innerhalb der Seite
    - 29(!) JavaScript-Requests in der Seite (vom Inline-Code wollen wir gar nicht erst reden)
    - Unkomprimierter Code in der Produktivumgebung
    - “div onclick=…” statt Event Delegation (wofür wird hier nochmal jQuery verwendet?!)
    - Back/Forward-Buttons funktionieren nicht mehr
    - Kein Caching der Ressourcen (Der Preloader läuft beim zweiten Aufruf genauso lange wie beim ersten Aufruf)

    Kann mich meinem Vorredner nur anschließen: Leider nur das übliche Marketing-Klickibunti, Internetentwicklung auch in 2011 nicht verstanden.

    Frederic · 20. Juni 2011
  4. #epicfail – BBDO zeigt prima auf, wie man es nicht machen sollte. Besonders erfreut mich das Verharren das Ladeindikators bei 0%, wenn ich Javascript mal abschalte.

    Eigentlich kann man das doch mal zu Schulungszwecken verwenden – und den eigenen Kundinnen und Kunden daran prima erklären, dass ‘große Agentur’ nicht mit Qualität gleichzusetzen ist. Man muss das Medium auch verstanden haben.

    Da wünscht man sich das ‘Flash-basierte Meisterwerk’ zurück.

    BBDO: Zero points … ;-)

    Carolina Koehn · 20. Juni 2011
  5. JavaScript Preloader scheinen wie JavaScript selbst für manche das neue Flash zu sein. Ein neues, altbekanntes “rotes Tuch”. Wahrscheinlich hätte sich diese Kritiker auch massiv über die lange Ladezeit der Vorgängerversion beschwert.

    Von einer “langen” Ladezeit kann man hier bestimmt nicht sprechen und auch wenn der Content (The Work – all work) “nur” bis ins Jahr 2009 zurückreicht, das Attribut “wenig” wird der Sache doch eher nicht gerecht.

    Lesbarkeit und Gestalt liegen natürlich im Auge des Betrachters. Wobei es weit schlimmeres gibt als #acacac auf weißen Hintergrund. Hier scheint eher die schmale Helvetica zum “Problem” zu werden.

    Nur ein kurzer Hinweis: Die Seite “Über Uns” http://en.wikipedia.org/wiki/BBDO ist eine Wikipedia Seite, den Code und das Volumen dieser Seite zu beurteilen ist damit relativ am Thema vorbei.

    Design Journal · 20. Juni 2011
  6. Nein, JS-Preloader sind kein rotes Tuch für mich, weil ich JS nicht mag. Sie sind unnötig. Der Farbkontrast ist übrigens schlecht, egal ob ich Helvetica, Arial, Verdana oder Comic Sans nehme. Aber kontrastarme Farbkombinationen scheinen ja viele Designer toll zu finden. Allerdings verstehe ich unter Design, dass Inhalte benutzbar aufbereitet werden. Wenn etwas nicht benutzbar ist, dann kann man wohl eher von Dekoration sprechen, nicht von Design.

    Und natürlich hat die Seite eine lange Ladezeit, weil erst ein Preloader kommt, bevor der dünne Inhalt erscheint. Seiten wie Die Zeit laden da mit wesentlich mehr Inhalt schneller.

    Und den Qualcode der Wikipedia haben wir ja gar nicht kritisiert, sondern den grottigen “HTML5″-Quellcode. Von Semantik und effektivem Einsatz von Elementen hat man bei BBDO noch nix gehört.
    Es ist halt nicht alles nur Oberfläche. Beim Internet gehört auch der Quellcode zur Qualität.

    Jens Grochtdreis · 20. Juni 2011
  7. Ladezeitvergleiche von Zeit.de und BBDO.com sind etwas unglücklich. Da wäre der Unterschied des Serverstandorts und die Tatsache, das bei allem Respekt Die Zeit dann doch ein bisschen mehr Traffic kennt.

    Mit dem Prinzip frei nach Dieter Rams “Design muss benutzbar sein” hast du natürlich vollkommen recht. Dennoch spielt für die gefühlte Unlesbarkeit die Helvetica eine große, wenn nicht gar größere Rolle als die Farbwahl. Das ist einfach nicht die beste online Fließtextschrift, um es vorsichtig zu formulieren.

    Was den Code generell angeht, wäre ich bei aller wirklich fundierter Kritik hier nur vorsichtig mit der Aussage “große Agenturen können kein Internet”. Das riecht immer ein bisschen nach Neid, Interessenkonflikt und bloßem Agentur-bashing. Zur Info: Es ist (momentan) nicht bekannt, wer für die Umsetzung verantwortlich ist, also ob es in-house oder von einem Dritten produziert wurde. Hinzukommt, dass BBDO Worldwide für sich allein genommen eigentlich gar nicht dafür bekannt ist, Internet zu “machen”.

    Design Journal · 20. Juni 2011
  8. @”Design Journal”: Gemeint war die “THE WORK” Seite…

    Die Aussage “große Agenturen können kein Internet” ist sicherlich fehl am Platz. Aber vom HTML-, über den CSS-, bis hin zum JavaScript-Code weißt dieses Projekt qualitative Schwächen auf (Performance, Validierung, SEO(Onpage), Semantik ), die vermieden werden könnten.

    Webstandard-Blog · 20. Juni 2011
  9. Also ich finde die neue Website ist wesentlich eleganter als die Alte. Die Reduktion hat zur Folge, dass die Inhalte wesentlich übersichtlicher dargestellt werden und somit auch leichter zu finden sind. Weiterhin bekommen dei Projekte einen ganz neuen Stellenwert.

    Doch die Reduktion hat nicht nur positive Apsekte. So zum Beispiel finde ich es beschähment, dass man bei dem Menüpunkt “About” auf den Wikipedia-Eintrag verlinkt wird. Okay, wenn man sich die Mühe von einer doppelten “Websitepflege” sparen wollte sicherlich eine gute Idee. Doch hätte man dann nicht die Inhalte auslesen bzw. via I-Frame einbinden können?

    Was die diskutierten Ladezeiten angeht, so habe ich bisher keine Probleme feststellen können. Wobei mich auch der Preload-Balken mächtig stört. Da hat BBDO mit Sicherheit nicht die eleganteste Lösung gewählt.

    Kim · 21. Juni 2011

Und was sagst du dazu?


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